Ein verlängertes Wochenende stand vor der Tür, und so mussten wir schnell und spontan entscheiden, was wir machen wollten. Zuhause bleiben war keine Option, also entschieden wir uns für das schöne und vertraute Allgäu. Über booking.com konnten wir kurzfristig eine Ferienwohnung beim Forggensee in Roßhaupten buchen.

Im Allgäu waren wir schon sehr oft, unseren jährlichen Familienurlaub haben wir dort häufig verbracht. Für Familien mit Kindern bietet sich natürlich ein Urlaub auf dem Bauernhof an, diesbezüglich gibt es ein riesiges Angebot.

Da unsere Familienzeit vorbei ist, suchen wir eher eine ruhige Unterkunft, und waren daher auch bereit, etwas mehr dafür auszugeben. Auf das Angebot „KönigsCard“ haben wir bei der Wahl eigentlich gar nicht geachtet. Was hat es nun damit auf sich? Viele Urlaubsregionen bieten eine „WelcomeCard“ oder Ähnliches an. In der Regel beinhalten diese Karten die Nutzung des ÖPNV, und bei angeschlossenen Sehenswürdigkeiten wie Museen, Zoos oder Restaurants einen gewissen Rabatt.

Bei der KönigsCard ist das ähnlich, aber auch wieder ganz anders.

Zuerst muss eine „KönigsCard-Unterkunft“ gebucht werden. Unsere Ferienwohnung war wunderschön, topp ausgestattet, mit Wellness-Bereich und (Outdoor-) Swimmingpool. Diese Ferienwohnung war die mit Abstand luxuriöseste, die wir je hatten.

Hier gehen volle 5 Sterne an „For Moments“ in Roßhaupten.

FEWO For Moments

Deko mit leckerer Begrüßung in unserer liebevoll gestalteten Ferienwohnung.

Was hat die KönigsCard nun noch zu bieten außer einer Topp-Unterkunft? Im Gegensatz zu den „normalen“ Karten können die Angebote der KönigsCard kostenlos genutzt werden. Diese Angebote beinhalten z.B. die Nutzung diverser Bergbahnen, Rundfahrten auf dem Forggensee, und so manches andere. Eine vollständige Liste gibt es auf der KönigsCard-Website.

Nach dem genauen Studium dieser Website und des KönigsCard-Prospekts stand für uns fest:

Diese Angebote nutzen wir!

Vor allem die Bergbahnen waren da verlockend. Bisher haben wir Bergbahnen nicht sehr oft genutzt, da die Betriebszeiten meistens nicht den Bedürfnissen von Fotografen entsprechen.

(Eine hochgelobte Ausnahme macht da die Hochgrat-Bahn, die Sonnenaufgangs- und Untergangsfahrten sowie Vollmondfahrten anbietet).

Nichtsdestotrotz, dieses Mal waren wir bereit, eine Ausnahme zu machen. Sowieso steht für uns das Erlebnis im Vordergrund, tolle Fotos sind dann quasi ein Bonus.

Zusätzlich beschäftigten wir uns mit der Frage, ob und wie man gute Fotos machen kann, auch wenn man eben nicht zu den Tagesrand-Zeiten unterwegs ist.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass Reisen teuer ist, und wir die Zeit vor Ort gut nutzen möchten.

Also können wir nicht immer nur zum Sonnenaufgang und -Untergang unterwegs sein, und daher auch nicht jedes Motiv im optimalen Licht fotografieren. Wobei sich durchaus die Frage stellt, was dabei „optimal“ bedeutet…

Diesbezüglich hier ein paar Beispiele:

Kerstin Cotrus
Rotmilan

Manche Blumen (z.B. Buschwindröschen oder Leberblümchen) öffnen ihre Blüten nur, wenn die Sonne scheint, also gegen Mittag.

 

 

 

Für Motive, die sich schnell bewegen (z.B. Vögel im Flug, oder Fahrzeuge) braucht man eine kurze Verschlusszeit – also sollte es hell genug sein…

Außerdem sind wir nicht bereit, im Dunkeln auf unbekannten Wegen unser Equipment durch die Gegend zu schleppen, nur um schon vor Sonnenaufgang bzw. -Untergang vor Ort zu sein. Da müssen also andere Lösungen her.

Die insgesamt 5 Tage im Allgäu standen dann also ganz unter dem Motto „KönigsCard“.

Pragmatisch haben wir uns dazu entschlossen, die teureren Angebote der KönigsCard zu nutzen.

 

Das waren dann drei der Bergbahnen:

Breitenbergbahn Gondel

Die Breitenbergbahn

Dort hatten wir mit dem Wetter noch Glück. Eigentlich wollten wir zur Ostlerhütte laufen, und dort zu Mittag essen. Unten an der Talstation stand etwas von einer 30-Minuten-Wanderung. Allerdings mussten wir feststellen, dass damit wohl der Weg von der Bergstation des Sessellifts (die Hochalpbahn) aus gemeint war. Dieser Sessellift startet bei der Bergstation der Breitenberg-Bahn. Wenn man von der Breitenberg-Bahn aus startet, dann läuft man (Fitness vorausgesetzt) etwa 50 Minuten stramm bergauf. Bei unserem Fitness-Level war das nicht zu schaffen in der uns zur Verfügung stehenden Zeit, also sind wir nach etwa der Hälfte des Weges umgekehrt. Schließlich wollten wir noch die Forggensee-Rundfahrt machen. Mittagessen gab es dann bei der Hochalphütte. Unterwegs gab es tolle Ausblicke, und wir konnten den Gleitschirmfliegern zusehen. Erstaunt waren wir über die große Anzahl der Tandem-Flüge. Offensichtlich haben viele Leute Gleitschirmfliegen auf ihrer Löffel-Liste (neudeutsch: Bucket-list. Das ist die Liste der Dinge, die man unbedingt machen, haben, erleben oder sehen möchte bevor man den sprichwörtlichen Löffel abgibt).

Bergstation-Hahnenkamm

Die Bergwelt Hahnenkamm:

Nicht zu verwechseln mit dem Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel. Diese  berühmte Ski-Rennstrecke (die „Streif“) ist immerhin  fast 3h entfernt mit dem Auto. Beides befindet sich in Österreich. Zum Einzugsgebiet der KönigsCard gehört nämlich außer dem Allgäu auch noch Tirol in Österreich, und Oberbayern.

Da wir am Vormittag eine (leider erfolglose) Scoutingtour zum Aussichtspunkt Neuschwanstein gemacht haben, sind wir erst gegen Mittag auf dem Hahnenkamm angekommen. Das Essen im Panorama-Restaurant war sehr lecker, und die Aussicht auf die umliegende Bergwelt grandios. Romeo hat einen Zirbenlikör probiert, der mich unangenehm an einen Hustensaft erinnert hat, den ich als Kind einnehmen musste.

Im Anschluss sind wir dann bis zur Spitze des Hahnenkamm gelaufen, von wo aus man einen 4-Täler-Rundblick genießen kann.

Fotografen-Bonus:

Einige Exemplare meines Lieblingsschmetterlings (der Schwalbenschwanz) waren dort oben unterwegs. Außerdem blühte der Enzian.

Laberbergbahn

Die Laber-Bergbahn:

Die Laber-Bergbahn befindet sich in der Nähe von Oberammergau, und ist etwas ganz besonderes: sie ist sehr nostalgisch und definitiv nichts für Leute mit Höhenangst. Kleiner Tipp: Immer Richtung Berg schauen, nicht Richtung Tal, dann ist das Ganze sehr viel erträglicher.

Übrigens fährt die Laber-Bergbahn in den Sommermonaten am Donnerstag bis 22 Uhr – ideal für Sonnenuntergangsfotografie.

Oben suchten wir dann im Lokal „Laberei“ auf 1684m Höhe Schutz vor dem mittlerweile aufgezogenen Gewitter. Die Bergbahn fährt (wohl aus gutem Grund) nicht bei Gewitter. Also verbrachten wir die Wartezeit mit Kaffee und Kuchen, und etwas Neuem, was wir noch nicht kannten: Skiwasser – das ist stilles Wasser mit Himbeersirup. Im Internet gibt es viele Rezept-Varianten davon, auch mit Alkohol. Laut unserer netten Bedienung handelt es sich ursprünglich um ein Getränk für Sportler (v.a. Skifahrer), die schnell viel trinken wollen, und daher etwas Leckeres ohne Kohlensäure haben wollten. Romeo hat dann noch einen Heuschnaps probiert, der ihn an einen von seiner Oma hergestellten Likör erinnert hat. Ehrlich gesagt: der Geschmack war ungefähr so, wie es klingt…

Sehr erleichtert war ich dann, als wir schlussendlich wieder heil vom Berg runter waren. Wir sind dann noch ein bisschen in Oberammergau spazieren gegangen – ein wirklich hübsches Örtchen, und haben dort den Tag bei einem leckeren Essen ausklingen lassen.

Blick vom Schiff Richtung Schloss Neuschwanenstein

Die große Forggensee-Rundfahrt

Die 2h dauernde Schifffahrt ist ein weiteres Angebot der KönigsCard. Da konnten wir nicht widerstehen. Abfahrt war in Füssen am Bootshafen.

Zuerst konnten wir noch unseren Eiskaffee auf Deck genießen, und die Aussicht auf Neuschwanstein und das Füssener Schloss. Dann zog allerdings ein Gewitter auf, und es gab erstaunlich große Wellen.

Minigolf

Nun noch ein kleines „Outing“:

wir spielen gern Minigolf – wohl ein Relikt aus Kindertagen, und aus der Zeit, als wir noch mit unseren Kindern unterwegs waren.

Dank KönigsCard konnten wir zweimal spielen, auf jeweils recht besonderen Bahnen:

Flößergolf in Lechbruck

Spielgolf in Rosshaupten

(direkt hinter dem Haus, in dem unsere Ferienwohnung war)

Die KönigsCard hat noch vieles zu bieten, von Schwimmbädern, Museen und Kletterhallen bis zu geführten Wanderungen ist da ziemlich viel dabei – wenn auch nicht alles (siehe Fazit).

Nutzen konnten wir an drei vollen Tagen leider nur die beschriebenen Angebote.

Ein Abend am Eibsee

Abend am Eibsee

Fotografisch waren wir natürlich auch unterwegs, da kommen wir doch nicht so ganz aus unserer Haut.

Also sind wir an einem Abend zum Eibsee gefahren, zum Sonnenuntergang fotografieren. Leider war die Zugspitze im Nebel, und der Sonnenuntergang war eher „mau“. Nichtsdestotrotz war es sehr schön dort.

Der Eibsee ist halt ein toller Foto-Spot, wenn auch (bei gutem Wetter) ziemlich überlaufen.

Nachtisch im Haflinger Hof

Einen Tipp kann ich dem geneigten Leser noch geben, und zwar einen Restaurant-Tipp: von unserer netten Vermieterin wurde uns der Haflinger Hof empfohlen, und diese Empfehlung kann ich wirklich weitergeben. Das Essen war super-lecker, und die Bedienung sehr nett!

Unser Fazit nach einem Wochenende mit der KönigsCard:

Die KönigsCard ist eine tolle Sache. Bei den Bergbahnen mussten wir nicht mal Schlangestehen, sondern konnten einfach die Absperrungen passieren. Wir haben dank dieser Karte manches unternommen, was wir ansonsten nicht gemacht hätten. Bei aufmerksamer Urlaubsplanung in Verbindung mit den etwa 250 verschiedenen Angeboten kann man sicher so manchen Euro sparen.

 

Lama Trekking-Tour

Tatsächlich gibt es auch Dinge, die die KönigsCard nicht zu bieten hat:

Eine Lama-Trekking-Tour zum Beispiel.

Lust auf Fotos vom Allgäu?

Dann schau mal in unsere Galerien!