Viele Wege führen nach Rom, und viele Wege, Gedanken, Ideen, Vorstellungen und Wünsche führen zum (hoffentlich perfekten) Reiseziel. Der Klassiker in dieser Hinsicht ist wohl die Aussage:

„Da wollte ich schon als Kind immer mal hin!“

Damit kann man so ziemlich jede Reise begründen – von der Safari in Afrika bis zum Klettern auf den Mount Everest.

Warum haben wir uns also für Madeira entschieden? Madeira, die Insel des ewigen Frühlings, Blumeninsel, Rentnerparadies, Hawaii des Nordens, Trauminsel im Atlantik – es gibt viele Namen für diese Insel-Schmuckstück. Eigentlich mag ich Inseln nicht. Ich fühle mich eingeengt, und nach spätestens 3 Tagen habe ich das Gefühl, fast alles zu kennen. Und da unsere Haupt-Aktivität und auch unser Haupt-Interesse (verbunden mit dem Fotografieren)  ist, Neues zu entdecken, eignen sich Inseln nur eingeschränkt.

Es sei denn, es ist Madeira! Madeira verbindet in einzigartiger Weise Berge, Meer und wilde Küste, also des Landschaftsfotografen Traum.

Hier noch ein paar Vorzüge von Madeira (diese Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig!), die für uns entscheidend waren bei der Wahl!

  • Die landschaftliche und klimatische Vielfalt ist für so eine kleine Insel einfach der Hammer!
  • Wir wollten in Europa bleiben
  • Die Kombination von Bergen und Meer, wilder Küste und dschungelartiger Vegetation im Landesinneren
  • Kein Linksverkehr
  • Dort ist die niedrigste Kriminalitätsrate Europas, was durchaus ein Faktor ist, wenn man mit einer guten Kamera unterwegs ist.
  • Durch die sog. Mikro-Klimata regnet es so gut wie nie überall auf der Insel, man kann also immer gutes Wetter erreichen, oder man geht einfach auf „Regenbogen-Jagd“ – das kann man wirklich machen, und findet sich als Schlecht-Wetter-Tipp für Madeira im Internet!
  • Madeira ist als Reiseziel nicht ganz billig, hat aber den großen Vorteil, dass man sozusagen mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt: Um das alles zu sehen, was Madeira zu bieten hat, müsste man eigentlich mehrere Reisen zu verschiedenen Orten hin unternehmen.

Nach der Reise ist man natürlich immer schlauer als vorher. Ich könnte diese Liste mittlerweile noch um viele Punkte ergänzen, wie z.B. die Freundlichkeit der Madeirer (oder Madeirenser) und die leckere Küche. Da wir eher Ruhe und Natur suchen, haben wir uns sofort wie zuhause gefühlt. In diesem Punkt war auch die Wahl des Hotels ein absoluter Volltreffer!

Hier nun ein kleiner, bunter Bericht über unsere erste Madeira-Erfahrung – wir hoffen, es wird nicht unsere letzte Reise auf diese fantastische Insel sein!

Du möchtest einfach nur tolle Madeira-Fotos anschauen? Dann kommst Du hier direkt zu unseren Madeira-Galerien:

Anreise und Mobilität

Porto Santo von oben
Blick auf Porto Santo, wo wir auf dem Hinflug unfreiwillig Zwischenstation machen mussten

Madeira liegt im Atlantik und ist die Haupt-Insel einer kleinen Inselgruppe, zu der die Insel Porto Santo, die unbewohnten Inselgruppen Ilhas Desertas und Selvagens gehören. Der Vollständigkeit halber sollte ich erwähnen, dass man auch per Schiff nach Madeira reisen kann, und im Hafen von Funchal regelmäßig Kreuzfahrtschiffe anlegen. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei einer Reise nach Madeira in den allermeisten Fällen um eine Flugreise. Und die hat es in sich. Tatsächlich ist der Flughafen von Funchal auf der Liste der gefährlichsten Flughäfen der Welt (lt. HolidayCheck) auf Platz 9, und darf nur von erfahrenen Piloten nach einer besonderen Einweisung angeflogen werden. Das eine Landung dort nicht ganz ohne ist, können wir bestätigen: wegen starker Winde konnten wir auf dem Hinflug nicht landen, und mussten darum eine Zwischenstation auf Porto Santo machen. Von dort ging es dann erst am nächsten Tag (Abflug um 6 Uhr früh) nach Funchal, wo der Anflug dann problemlos vonstatten ging. Nichtsdestotrotz war das Prozedere ein ziemlicher Aufreger – 4h warten im Flugzeug, ohne ein vernünftiges Essen war kein guter Start in den Urlaub. Der Rückflug war kein Problem, allerdings sollte man besser einen oder zwei Tage „Puffer“ einplanen, da solche Dinge immer wieder auftreten können.

Auf Madeira angekommen wollten wir gern mobil sein. Unser wunderbares Hotel Quinta do furao liegt etwas außerhalb von Santana auf einer Klippe mit Blick Richtung Ostküste. Eine Bushaltestelle habe ich dort nicht gesehen (zumindest nicht in fußläufiger Distanz). Wir brauchten also einen Mietwagen, wenn wir (selbständig) die Insel erkunden wollten.

Hier nun ein paar Tipps zum Autofahren auf Madeira. Grundsätzlich sind die Straßen in einem guten Zustand, wir haben alle Punkte, die wir besuchen wollten, problemlos anfahren können. Sinnvoll ist es, die offline-Karten bei googlemaps runterzuladen, dann funktioniert das auch ohne GPS. Wie gesagt, die Straßen sind in einem guten Zustand, jetzt kommt allerdings das große ABER! Vor allem die Straßen an der Nordküste und im Landesinneren sind sehr schmal, extrem kurvig und steiler als ich es jemals erlebt habe. Die steilste Straße (Rua da Bica in Sao Vicente) auf Madeira soll (Angabe ohne Gewähr) 32 % Steigung haben. Die steilste Straße der Welt (lt. Guiness-Buch der Weltrekorde) hat eine Steigung von ca. 37,45% …

Auffällig ist außerdem die Zahl der Tunnel auf Madeira: die dortigen Straßenbaumeister haben die kleine Insel regelrecht in ein Stück Schweizer Käse verwandelt, es gibt ca. 150(!) Tunnel. Wir fanden diese Tunnel sehr hilfreich, denn vor deren Bau brauchte man von Funchal nach Porto Moniz (50km) ca. 8h! Allerdings gelten in diesen Tunneln andere Regeln als bei uns. Überholen im Tunnel (wenn es pro Richtung nur eine Spur gibt), ist in Deutschland allerstrengstens verboten. Auf Madeira ist es so ziemlich die einzige Möglichkeit, gefahrlos zu überholen. Da es in den Tunneln so gut wie keine Kurven gibt, kann man den Gegenverkehr schon von weitem sehen. Nichtsdestotrotz hat es Romeo zu Beginn schon etwas Überwindung gekostet im Tunnel zu überholen nach 30 Jahren Autofahren entsprechend der Deutschen Regeln.

Madeira ist eine Vulkaninsel mit sehr vielen Felsen überall. Daher ist Steinschlag durchaus ein Thema. Da man nicht die ganze Insel unter eine Stahlnetz packen könnte, heißt es Aufpassen und entsprechend vorsichtig fahren.

Wie in den meisten anderen Ländern dieser Erde (ohne deutsche Mentalität) werden die Verkehrsregeln von Einheimischen oft eher sportlich ausgelegt. Auch das sollte man berücksichtigen, wenn einem z.B. in der Einbahnstraße plötzlich ein Fahrzeug entgegen kommt! Sehr hilfreich war es, dass wir beim Abholen unseres Mietwagens vorsichtig gefragt haben, ob wir ein „Upgrade“ bekommen könnten, also statt eines Schaltwagens einen Automatic. Der nette und kompetente Mitarbeiter hat dann erst mal gefragt, ob wir in die Berge wollen. Als wir das bejahten, hat er uns ein entsprechend ausgestattetes starkes Fahrzeug gegeben, wofür wir während unseres ganzen Urlaubs extrem dankbar waren.

Unser Hotel Quinta do furao

Unser Hotel:

Unser Hotel Quinta do furao ist ein ehemaliges Weingut (port. quinta), und liegt etwas außerhalb von Santana spektakulär auf dem Gramacha-Plateau. Der Name bedeutet „Weingut des Frettchens“. Frettchen stehen in Portugal für Fleiß (so wie bei uns z.b. die Ameise), und es war der Spitzname des Gründers der Quinta. Daher auch das Frettchen im Logo des Hotels.

Von unserem Zimmer mit Balkon hatten wir einen traumhaften Ausblick Richtung Ostküste mit Sonnenaufgang. Auch wenn ich kein Freund von Kaffeekapseln bin, war es trotzdem toll, dank der Kaffeemaschine im Zimmer gemütlich einen Kaffee auf dem Balkon trinken zu können. Die Ausstattung des Zimmers war geschmackvoll, sauber und zweckmäßig – wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Da wir vor allem fotografisch unterwegs waren, haben wir die Swimming-Pools (zwei – einer innen, einer außen) nicht genutzt.

An einigen der Hotel-Angebote haben wir teilgenommen:

Bei der Koch-Show
Napfschnecken bei der Koch-Show
Napfschnecken mit viieel Knoblauch – sehr lecker!
Bei der Poncha-Lesson
Alles, was man für Poncha braucht
In allen Lebenslagen – ein Poncha kann nie schaden!

Es gibt noch eine Rum-Masterclass, man kann beim Backen des typischen Süsskartoffel-Brots mitmachen, und ein bisschen Portugiesisch lernen beim Anfänger-Kurs.

Wir hatten Halbpension, mit einem wirklich üppigen Frühstück und einem tollen Abendessen.

5 Sterne für die Quinta do furao von uns in allen Bereichen!

Miradouros – oder „Landschaftsfotografie leicht gemacht“

typisches Miradouro

Der portugiesische Begriff „Miradouro“ bedeutet soviel wie „Aussichtspunkt oder -plattform“, und damit ist Madeira quasi gepflastert. Die meisten sind auf google maps zu finden, und von barrierefrei mit Kiosk, Cafe und Souvenirshop bis Baustelle und „wo soll das Ding sein?“ haben wir da so ziemlich alles erlebt. Eine Liste (vermutlich) aller Miradouros gibt es auf der offiziellen Madeira-Tourismus-Website VisitMadeira

Außer den Miradouros gibt es noch so genannte „Pontas“ (Portugiesisch für Spitze, Ende etc.) Manche Pontas sind quasi „Miradouros“ an einer Land-Spitze, wie beispielsweise Ponta do Rosto.

Hier eine kleine Übersicht über unsere Lieblings-Miradouros und -Pontas:

Ponta de Sao Lourenco

Zum Miradouro Sao Lourenco läuft man etwa eine knappe halbe Stunde durch eine fantastisch schöne Landschaft. Fotografisch eignet sich dieser Spot vor allem für den Sonnenuntergang. Parken kann man am Ende der Straße, wo ganze Busladungen von Touristen hingebracht werden. Dies wird von findigen Geschäftsleuten genutzt, für 1 Euro konnte man sogar ein per Anhänger mitgebrachtes Dixi-WC nutzen. (Wofür ich nicht ganz undankbar war, die niedrige Vegetation dort bietet keinen guten Sichtschutz…)

Ponta do Rosto

Einer der besten Punkte, um auf der Halbinsel Sao Lourenco den Sonnenaufgang zu fotografieren. Da gibt es keine Schlepp-Tour, sondern man kann fast bis zum besten Spot mit dem Auto fahren.

Schon die Anfahrt an einem unserer ersten Tage auf Madeira war „interessant“. Die Straße schien uns eher ein Feldweg, der Parkplatz war eine kleine Bucht. Auch den Aussichtspunkt mussten wir erst mal suchen. Aussichtspunkt ist eigentlich zu viel gesagt, es handelt sich um einen Trampelpfad, von dem aus man aber einen wirklich schönen Blick hat. Für uns war es einer der besten Spots für den Sonnenuntergang.

Sonnenaufgang Pico do Arieiro

Vieles sollte man in seinem Leben mal erlebt oder gemacht haben. Sonnenaufgang auf einem Berg gehört für uns auf jeden Fall dazu. Der Pico do Arieiro macht es einem da leicht. Zum einen kann man bis zum Erlebnis direkt mit dem Auto fahren. Für Fotografen gibt es also keine Schlepp-Tour, für andere Touristen ist es auch deutlich einfacher. Nach dem Sonnenaufgang ab 9 Uhr steht einem dann das komplette Tourismus-Angebot zur Verfügung: von (winzigen) Toiletten über Souvenirshop bis Snackbar ist so ziemlich alles vorhanden. Aufgrund des Mikro-Klimas von Madeira ist die Wahrscheinlichkeit, den Sonnenaufgang mit Blick über ein Nebelmeer zu erleben deutlich größer als z.B. in Deutschland. Und wir hatten Glück: wir konnten dabei sein als erst ein leichter orangener Streifen über dem Nebel erschien, und dann langsam die Sonne aufging.

Hier ein paar Tipps für ein gelungenes Sonnenaufgangserlebnis auf dem Pico do Arieiro:

Früh starten und vorsichtig und langsam fahren. Steinschlag ist auf den Straßen Madeiras durchaus ein Thema, es können also immer wieder Steine auf der Straße liegen. Auch werden die Verkehrsregeln v.a. morgens früh oft sportlich interpretiert, aufgrund der Annahme, dass um diese Zeit eh noch Keiner (v.a. keine Touristen) unterwegs sind.

Am Ziel angekommen gibt es zwei Möglichkeiten für ein tolles Erlebnis: entweder man macht sich auf den Weg zum Gipfel, oder zum Miradouro Juncal. Beide Punkte hatten für uns Vor- und Nachteile. Der Blick vom Gipfel nach Westen (also Richtung Sonnenuntergang!) ist absolut fantastisch, man sieht die ganze tolle Bergwelt Madeiras. Der Blick Richtung Osten wird allerdings durch eine kugelförmige Beobachtungsstation (was auch immer?) gestört. Beim Miradouro Juncal hat man den perfekten Ausblick, allerdings war es so windig, dass ich mich nicht mal getraut habe, das Stativ aufzustellen.

Aufgrund einer Wieder-Aufforstungsaktion (eine sicher notwendige Naturschutz-Maßnahme) ist die Gestaltung des Vordergrunds beim Fotografieren nicht ganz einfach. Es stehen nämlich überall grün eingezäunte Setzlinge. (Stand Februar / März 2022)

Warm anziehen! Wir waren Ende Februar bei 3°C und starkem Wind oben, und haben erfahren, dass es zwei Wochen vorher noch geschneit hatte. Für unsere Winteranoraks, Mützen und Handschuhe waren wir sehr dankbar. (Nach unserer Abreise am 8.3. hat es tatsächlich nochmal kräftig geschneit auf Madeira, wir hatten also echt Glück mit dem Wetter) Der „ewige Frühling“ auf Madeira kennt also auch seine Grenzen, und auf 1800m Höhe ist es einfach überall kalt.

Ansonsten: einfach den fantastischen Ausblick genießen!

Weg zum Miradouro Balcoes

Dieses Miradouro ist mit Sicherheit eines der Beliebtesten überhaupt. Und das liegt an den wirklich niedlichen und zutraulichen Bewohnern dort: die Madeira-Buchfinken. Sie sind an Menschen (die Futter mitbringen) gewöhnt, und fressen sogar aus der Hand. Wir waren relativ früh dort, und waren also die ersten „Futterlieferanten“. Die kleinen Vögel verstehen es tatsächlich, einem klar zu machen, was sie wollen. Mit schräg gelegtem Kopf schauten sie mich an, dann kam ein kurzer Anflug in meine Richtung. Und das so lange, bis ich die Sonnenblumenkerne in der Hand hatte. Nicht nur für Kinder ist das ein tolles Erlebnis, diese zutraulichen Kerlchen zu füttern. Für Fotografen ist das natürlich eine win-win-Situation:  Foto gegen  Futter!

Bonus: Bei klarem Wetter hat man vom Aussichtspunkt einen Blick bis zum Atlantik!

Leuchtturm bei Ponta do Pargo

Dort soll der wohl schönste Sonnenuntergang von Madeira zu sehen sein. Wir haben uns dort kurz umgeschaut, und sind dann zum nächstgelegenen Miradouro do Fio gefahren. Dort war es weniger windig, außerdem konnten wir den Leuchtturm mit aufs Foto nehmen. Da wir für die 80km vom Hotel bis zur Westküste ca. 1,5h gebraucht haben, haben wir uns dort ein tolles Essen gegönnt: 5 Sterne gibt’s für Espetada beim Restaurante O Forno!

Blick vom Hotel Richtung Ostküste

Mit ein Grund für die Wahl des Hotels war die spektakuläre Lage mit Blick vom Balkon aus Richtung Ostküste und Sonnenaufgang.

Miradouro do Paredao

Dieser Aussichtspunkt ist wohl noch ziemlich neu, hat noch keine „touristische“ Ausstattung aber ist nichtsdestotrotz barrierefrei. Der Ausblick über das Nonnental mit der beeindruckenden Bergwelt Madeiras als Kulisse ist wirklich fantastisch. Aufgrund der Lage ist es dort sehr windig, wodurch das Wetter sehr schnell wechselt, und man regelrecht zuschauen kann, wie die Wolken durch das Tal ziehen.

Miradouro Ilheus da Ribeira da Janela

Von diesem Miradouro aus hat man einen fantastischen Blick auf Madeiras berühmteste Felsen. Für Fotografen ist dieser Spot ein absolutes Muss zum Sonnenaufgang! Fotografieren kann man vom Miradouro aus, und auch vom steinigen Strand unten.

Wasserfall Garganta Funda

Garganta Funda ist ein wirklich eindrucksvoller Wasserfall. Seine Lage direkt am Meer ist sehr spektakulär. Dies fotografisch darzustellen ist (ohne Drohne) praktisch unmöglich. Vom Miradouro aus sieht man den Wasserfall quasi von oben, der in einer Art 140m hohen Kamin stürzt. Dieser Kamin bildet das Ende einer fjordartigen ins Meer mündenden Schlucht.

Bonus: beim Aussichtspunkt gab es viele Eidechsen. Auf dem Weg zum Miradouro gab es immer wieder tolle Ausblicke Richtung Meer.

Cabo Girao

Cabo Girao ist eine der höchsten Steilküsten Europas. Über die tatsächliche Höhe gibt es unterschiedliche Angaben, sie schwanken zwischen 562m bis 580m. Die Aussichtsplattform hat einen Glasboden, ähnlich der beim Grand Canyon, es ist also nichts für Leute mit Höhenangst. Ausgerichtet ist die Plattform nach Süden, im Osten liegt Camara de Lobos.

Miradouro do Guindaste

Miradouro Guindaste

​Einer der besten Aussichtspunkte zum Sonnenaufgang Richtung Ostküste ist das Miradouro Guindaste. Leider war es als wir dort waren, eine Baustelle. So konnten wir nicht zum besten Blickpunkt. Auf einem kleinen Pfad (hinten rum…) konnten wir trotzdem einen Blick erhaschen. Außerdem waren sehr viele Eidechsen auf der Mauer dort unterwegs – ein toller Lebensraum mit Aussicht auf den Atlantik! Auf dem Rückweg zum Auto haben wir dann noch einen Frosch-Teich entdeckt. Die Anzahl der Frösche dort übersteigt alles, was wir in Deutschland je gesehen haben. Das Highlight waren aber die Stabheuschrecken, die auch auf Madeira eher selten sind.

Zwei tolle Roadtrips

Roadtrips 1 durch das Innere der Insel

Route Roadtrip 1

Auf einer Fahrt sind wir durchs Inselinnere zu mehreren Miradouros gefahren. Start war Balcoes, danach ging es dann weiter zum Miradouro Paredao mit dem fantastischen Blick über das Nonnental. Nächster Stop war dann das barrierefreie „Luxus-Miradouro“ Eira do serrado.

Gelegen im bergigen Inneren des Kreises Câmara de Lobos, im Herzen der Insel, weist der Aussichtspunkt von Eira do Serrado eine Höhe von 1.095 Metern auf.
Damit bietet er ein fantastisches Panorama über das Tal, in das die pittoreske Gemeinde Curral das Freiras eingebettet liegt, und über die grandiosen Berge des Zentralmassivs, die diese Gemeinde umgeben.

Der Aussichtspunkt ist über einen Pfad zugänglich, der vom Hotel und Restaurant Estalagem Eira do Serrado ausgeht. Dort gab es einen sehr leckeren traditionellen Kastanienkuchen.

Abschluss war dann der Wasserfall Cascata Agua d’alto bei Sao Vicente. Dieser Wasserfall ist direkt an der Straße, bei einer Tunneleinfahrt.

Roadtrip 2

Route 2

Der zweite Roadtrip führte uns zuerst zum Waldpark Queimadas, und im Anschluss dann nach Achada do Teixeira. Dort ist der Startpunkt für die kürzere Wanderung auf den Pico Ruivo. Da wir relativ viel Zeit in Queimadas verbracht hatten, sind wir nicht ganz bis zur Spitze vom Pico Ruivo gelaufen. Nichtsdestotrotz gab es jede Menge spektakuläre Ausblicke in die fantastische Bergwelt von Madeira. Der Weg war gut ausgebaut (soweit wir gelaufen sind), und sehr schön angelegt.

Zum Sonnenuntergang sind wir dann noch zum Miradouro Beira da Quinta gefahren. Von dort hat man einen wunderschönen Ausblick entlang der Nord-Küste.

Flora und Fauna

Blühende Calla
Blühende Calla

Flora:

Madeira ist bekannt als die Blumeninsel. Woher kommt dieser Name? Zum einen sicher daher, dass aufgrund des milden ganzjährigen Klimas immer etwas grünt und blüht. Zum anderen haben Pflanzenhändler Lage und Klima Madeiras genutzt, um exotische Pflanzen an ein rauheres Klima zu gewöhnen, um diese dann nach Europa exportieren zu können.

Außer den etwa 120 endemischen Arten gibt es etwa 1200 Pflanzenarten auf Madeira. In Funchal gibt es zwei botanische Gärten, deren Besuch wir uns für einen weiteren Aufenthalt auf Madeira aufgespart haben. Unser Fokus war bei dieser Reise vor allem auf Landschaftsfotografie. Nichtsdestotrotz war die Blüte der Calla nicht zu übersehen. Eine bei uns im Blumenladen recht teure Blume wächst auf Madeira einfach am Straßenrand, und das auch noch in recht üppigen Beständen.

Waldpark Queimadas

Was ist eigentlich Queimadas? Zum einen ist es der Ausgangspunkt von einer der beliebtesten Levada-Wanderungen, nämlich zum grünen Kessel (Caldeirao Verde). Zum anderen ist es ein wunderschön angelegter Waldpark, um Madeiras ursprüngliche Vegetation, den Lorbeerwald Laurisilva zu zeigen.

Feenwald Fanal im Nebel

Ob Walt Disney wohl einmal auf Madeira zu Besuch war?

Wer Kinder hat (oder selbst ein Kind geblieben ist – oder Beides…) erinnert sich vielleicht an eine Szene in dem Disney-Klassiker „Schneewittchen und die 7 Zwerge“, wo Schneewittchen vor der bösen Stiefmutter flieht, und bei Nacht durch den Wald läuft. Genau daran musste ich denken, als wir den Feenwald besuchten. Für Kinder wirkt die Szene im Film sehr bedrohlich, als Erwachsener nimmt man das Ganze natürlich anders wahr. In der Regel lieben wir ja solche mystischen Orte. Und genau das ist der Feenwald – ein mystischer Ort, der auch gern mit den Landschaften in „Der Herr der Ringe“ verglichen wird. Die knorrigen alten Bäume im Nebel regen unsere Fantasie an, und es ist nicht schwer, Zwerge, Trolle und ähnliche Wesen in ihnen zu erkennen.

Für uns als Fotografen besteht die Herausforderung nun darin, diese Stimmung festzuhalten, und dem Betrachter unserer Fotos zu vermitteln. Wir haben also auf Nebel gehofft, und diese Hoffnung wurde mehr als erfüllt. Genau genommen sind wir im Schneckentempo durch eine dicke Nebelsuppe Richtung Fanal gefahren bei ca. 5 – 10 m Sicht. Etwas verunsichert erreichten wir dann den Parkplatz. Der Nebel war so dicht, dass wir nur sehr zögerlich aus dem Auto gestiegen sind, da wir befürchteten, nicht zurück zu finden. Durch den Nebel war die Luft und auch alles andere sehr feucht. Das waren für uns sehr ungewohnte Bedingungen. Tatsächlich waren viele tolle Bäume in unmittelbarer Nähe zum Parkplatz, und da waren wir dann doch ziemlich erleichtert. Die mystische, nebulöse Atmosphäre zog uns in ihren Bann, und schließlich waren wir so begeistert vom Feenwald, dass wir am liebsten nicht mehr aufgehört hätten mit Fotografieren.

Fauna

Madeira-Buchfink

Tierfotografen werden auf Madeira eher nicht auf ihre Kosten kommen. Die Insel ist relativ artenarm, was in Bezug auf manche Tiere auch seine Vorteile haben kann. Das gefährlichste (freilebende Wild-)Tier wird wohl die Zecke sein, oder die Tigermücke, die Denguefieber überträgt.

Immerhin gibt es einige endemische Arten auf Madeira. Der Madeira-Buchfink (eine Unterart unseres heimischen Buchfinks) kommt häufig vor, ist an manchen Stellen an Menschen gewöhnt (und an Futter) und recht zutraulich.

Auch die Madeira-Eidechse bekommt man oft zu Gesicht, selbst im noch kühlen Februar. Erstaunt waren wir, als wir zwei Stabheuschrecken entdeckten, die wohl recht selten sind.

Auch vom Madeira-Goldhähnchen konnte Romeo ein Foto machen.

Der ebenfalls endemische Madeira-Sturmvogel ist extrem selten, von ihm gibt es lt. Wikipedia nur noch 80 Brutpaare.

Porto Moniz

Lava-Schwimmbecken Porto Moniz

Die Natural Swimmingpools in Porto Moniz sind zum Teil aus dem dortigen Lavagestein und zum anderen aus Beton ergänzt. Das Meerwasser „schwappt“ quasi dank der tollen Wellen in die Becken.

Uns war es Ende Februar noch zu kalt zum Baden, wir hatten dort aber trotzdem unseren Spaß beim Fotografieren der Lava-Felsen in Kombination mit den Wellen.

Camara de lobos – auf Churchills Spuren

Churchill Statue in Camara de Lobos

Knapp fünf Kilometer westlich von Funchal liegt Câmara de Lobos, eines der ältesten Fischerdörfer auf Madeira. Viele Maler und Fotografen besuchen diesen malerischen Ort. Zu den berühmtesten zählte der englische Premierminister Winston Churchill, der den Ort auf vielen seiner Bilder verewigte.

Unterwegs in Funchal

Funchal

Funchal (portugiesisch bedeutet das „Viel Fenchel“) ist die malerische und bunte Hauptstadt der autonomen Region Madeira. Vor allem die Altstadt (Zona Velha), und dort die Rua de Santa Maria hat uns gut gefallen.

Das Kunstprojekt der sog. Offenen Türen hat der Altstadt einen besonderen Charme verliehen. Um die Zona Velha wieder attraktiver zu machen, wurden viele Türen toll bemalt. Wir haben andere Touristen gesehen, die Listen hatten, um auch ja Keines der Kunstwerke zu übersehen.

Ansonsten gibt es die „üblichen“ Touristen-Magnete: der Mercado dos Lavradores (der Bauernmarkt), und der angrenzende Fischmarkt. In der Wein-Lodge der Firma Blandy erfährt man alles über Madeira-Wein, und die Firma Bordal lockt mit handgemachten typischen Stickereien.

Mit der Seilbahn Funchal – Monte (Teleférico do Funchal) kann man vom Rand der Altstadt von Funchal (Zona Velha) hinauf nach Monte fahren.

Die Seilbahn wurde im November 2000 eingeweiht, und war wohl zu Beginn ein Aufreger für die Anwohner, da man von der Bahn aus in deren Vorgärten und Wohnungen schauen kann. Von der Talstation in Funchal bis zur Station oben in Monte sind es genau 3.173 Meter. Dabei wird ein Höhenunterschied von 560 Metern zurückgelegt. Die Fahrzeit beträgt rund 15 Minuten.

Die Fahrt rauf und runter bietet eine einzigartige Aussicht auf Funchal, die Steilhänge mit Häusern und Gärten und den Hafen, der fast täglich von großen Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird.

Heute gibt es in Monte den tropischen Garten, der (Angabe ohne Gewähr) sehr schön sein soll, und die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte.

Eine weitere Attraktion sind die Korbschlitten, mit denen man in halsbrecherischem Tempo wieder zurück in die Altstadt von Funchal fahren kann. Früher war es natürlich alles andere als ein touristischer Jux, sich per Korbschlitten von Monte herab nach Funchal fahren zu lassen. Die „Carros de Cesto“ waren die ersten öffentlichen Verkehrsmittel auf Madeira seit Anfang des 19. Jahrhunderts und dann auch nur talwärts. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 38kmh geht die Fahrt auf einer Asphalt-Straße, auf der nichtsdestotrotz sogar Autos fahren (!)

In Funchal hätten wir noch viel Zeit verbringen können, diese Stadt mit ihrem ganz besonderen Flair hat uns sehr gut gefallen.

Ein Lob geht hier noch an des Restaurant „Santa Maria“ in gleichnamiger Straße, wo wir wirklich wunderbar gegessen haben.

Essen und Trinken auf Madeira

Espada mit Maracujasauce

In 14 Tagen auf Madeira habe ich etwa 2 Kg zugenommen. Das sagt schon alles! Die portugiesische Küche ist sehr lecker! Möglicherweise könnten Veganer Probleme haben, allerdings beginnt auch dort ein Umdenken. In unserem Hotel gab es drei Varianten beim Abendessen zur Auswahl, und immer auch ein vegetarisches Hauptgericht.

Hier die bekanntesten traditionellen Gerichte auf Madeira:

Hauptgerichte:

Espada (Schwertfisch) mit Kochbanane und Maracuja-Soße

Espetada – gegrilltes Rindfleisch auf einem Lorbeerspieß, dazu gibt es traditionelles Fladenbrot Bolo do Caco –  (auch wenn das für deutsche Ohren nicht sehr lecker klingt, sollte man es unbedingt probieren)

Espetada

Traditionell: Espetada, Rindfleisch auf Lorbeerspieß

Desserts:

Nachtisch-Auswahl

Maracuja-Pudding:

(portugiesisch: Pudim de maracuja) – einfach mega lecker!

Hier ein Link zum Rezept – da ich es nicht ausprobiert habe, freue ich mich über Feedback

Getränke:

Poncha:

Das Nationalgetränk Poncha wird zu jeder Lebenslage getrunken. Der Manager unseres Hotels hat das bei seiner Begrüßungsansprache erklärt:

  • Wenn man glücklich ist, trinkt man Poncha
  • Wenn man traurig ist, trinkt man Poncha
  • Wenn die Ehefrau mit dem Nachbarn abgehauen ist – dann trinkt man gaaanz viiel Poncha
Hier das Rezept für einen traditionellen Poncha:

2 cl frisch gepresster Zitronensaft

1 cl frisch gepresster Orangensaft

3 TL Honig (bzw. nach Geschmack)

3 cl Aguardente de cana (Zuckerrohrschnaps)

Den Honig mit einem Rührwerkzeug im Zitronensaft auflösen (die Madeirenser nehmen dazu einen speziell geformten Holzstößel namens „caralhinho“, was übersetzt tatsächlich „Pimmelchen“ heißt).

Dann den Zuckerrohrschnaps dazugießen. Falls Ihr keinen madeirensischen Aguardente de cana zur Hand habt, geht auch der brasilianische Cachaça, im Notfall auch ein guter Rum. Am Schluss das Ganze mit frisch gepresstem Orangensaft verrühren.

Bei der Rum Brennerei Engenhos do Norte

Engenhos do Norte ist eine der letzten traditionellen Brennereien Madeiras.
Die Brennerei in Porto da Cruz an der Nordküste wurde im Jahr 1927 gegründet und ist eine von drei noch aktiven Destillerien auf der Insel Madeira. Engenhos de Norte bedeutet übersetzt Fabrikunternehmen des Nordens. Es entstand damals, als einige kleinere Brennereien der Insel sich dazu entschlossen, eine Kooperation einzugehen. Die Brennerei benutzt die alten Maschinen aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist die einzige Destillerie in ganz Europa, die ausschließlich mit Dampfmaschinen arbeitet. Damals wurden hier unter anderem auch Sirup und Zucker aus Zuckerrohr gewonnen, heute konzentriert sich die Fabrik ausschließlich auf die Produktion von Rum und Zuckerrohrschnaps.

Madeira-Wein:

Über Madeira-Wein könnte man ein ganzes Buch schreiben. Der Madeirawein entstand angeblich zufällig. Nachdem der Gärprozess ähnlich wie beim Portwein der besseren Haltbarkeit wegen mit 96 Vol.-%. reinem Alkohol abgebrochen wurde, berichteten Seeleute, dass der Wein nach dem Transport durch die Tropen den Geschmack zum Positiven änderte. Dieser Transport wurde fortan gezielt durchgeführt. Ausgewählte Weine in relativ kleinen Fässern machten die Torna viagem, die Schiffsreise in die portugiesischen Überseeprovinzen durch, wodurch der Reifungsprozess, die sogenannte Madeirisierung besonders unterstützt wurde.

Wer mehr über die Geschichte des Madeira-Weins und seine Herstellung wissen möchte, kann sich hier noch genauer informieren:

www.maitrephilippe.de

Fazit:

Madeira Logo

Von Madeira sind wir begeistert!

So klein die Insel ist, so viel hat sie zu bieten! Beim Anschauen unserer Bilder ist uns mehr und mehr bewusst geworden, wie viel wir dort noch zu entdecken haben!

  • Miradouros gibt es noch jede Menge!
  • Madeira ist ein Hotspot für Wal-Beobachtung
  • Die Wein-Lodge der Fa. Blandy soll einen Besuch wert sein
  • Der botanische Garten
  • Der Monte Palace  – der tropische Garten
  • Die vielen Levada-Wanderungen
  • Pico Ruivo
  • Die vielen Wasserfälle
  • Wir waren nicht im cr7-Museum (für diejenigen, die es nicht wissen: Cristiano Ronaldo ist gebürtiger Madeirenser…)
  • und und und….

Madeira – wir kommen wieder!

Lust auf noch mehr Fotos von Madeira?

Dann geht es hier zu unseren Lieblings- und Arbeitsfotos!

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