Wir haben eine sogenannte „Löffel-Liste“ – also eine Liste der Dinge, die wir erleben, sehen, machen oder haben möchten, bevor wir, wie das bekannte Sprichwort sagt, den Löffel abgeben.

Genau solch einen Löffellisten-Wunsch hat Romeo dieses Jahr im Urlaub in Südtirol umsetzen können, nämlich einen Hubschrauberflug über die Dolomiten. In unserem Blog-Artikel „Südtirol im Herbst“ kannst Du ein Interview mit Romeo über dieses besondere Erlebnis lesen.

Romeo ist natürlich vor allem Eines:

Er ist mit Leib und Seele Fotograf. Ein Hubschrauberflug ohne Fotos wäre nur die halbe Miete – oder noch deutlich weniger…

Bei 22places (ein Reise- und Foto-Blog) kannst Du einen Erfahrungsbericht und Tipps lesen über einen Helikopterflug über New York mit offenen Türen, also speziell für Fotografen. Solch ein spezieller „Fotografen-Flug“ kostet rund das Doppelte von einem normalen Rundflug – da wehren sich meine schwäbischen Gene (bis zum Lotto-Gewinn, dann sind mir die Gene egal). Allerdings habe ich im Raum Südtirol auch keinen Helikopter-Service gefunden, der solch ein Angebot im Programm gehabt hätte.

Um das fotografische Maximum aus einem „normalen“ Rundflug herauszuholen, hier nun Romeos Tipps zum Fotografieren aus einem Hubschrauber mit Fenstern.

Die äußeren Bedingungen im Hubschrauber:

  1. Am besten ist natürlich ein Platz am Fenster. Allerdings entscheidet in der Regel der Pilot, wer wo sitzen soll. Nach welchen Kriterien er diese Entscheidung trifft, ist uns nicht bekannt. Aber gehen wir mal davon aus, dass es in irgendeiner Form was mit der Sicherheit zu tun hat. Wie auch immer, ich habe zweimal beim Anbieter elikos helikopterservice angerufen und freundlich gebeten, dass Romeo (zum Fotografieren) einen Fensterplatz bekommt. Tatsächlich hat er dann den Einzelplatz neben dem Piloten erhalten – das war Spitze!
  2. So ein Hubschrauber ist nicht gerade groß, man kann also kein Gepäck mitnehmen, und auch nur eine Kamera mit angesetztem Objektiv, da es eben keinen Platz für einen Objektivwechsel oder eine zweite Kamera gibt. Sinnvoll ist ein Ersatz-Akku und zusätzliche Speicherkarten griffbereit in der Hosen- oder Jackentasche – man weiß ja nie!
  3. Aufgrund der Enge im Heli sollte man auf bequeme Kleidung achten – also auch nicht zu voluminös! Das ist ein Vorteil beim Flug mit Fenster: es ist nicht ganz so kalt und windig.
  4. Im Helikopter ist es ziemlich laut, daher bekommt jeder Passagier einen Kopfhörer. Dieser Kopfhörer dient auch der Kommunikation.
  5. Ein Hubschrauber vibriert recht heftig. Man sollte daher beim Fotografieren Kontakt mit Bauteilen vom Heli tunlichst vermeiden.
Dolomiten von oben

Welche Kamera-Ausrüstung hatte Romeo dabei?

  1. Wie gesagt, eine Kamera mit angesetztem Objektiv, Ersatz-Akku und Speicherkarten. Am besten ist da natürlich eine Vollformat-Kamera wegen des günstigen Rausch-Verhaltens.
  2. Aufgrund des Blickwinkels von oben ist ein möglichst lichtstarkes Weitwinkel-Zoom das Objektiv der Wahl in diesem Fall. Romeo hatte das Tamron 24-70mm f2.8 dabei, und war damit voll zufrieden. Etwas mehr Brennweite wäre hilfreich gewesen, um Flecken usw. auf der Fensterscheibe noch besser auszublenden.
  3. Auch wenn Türen und Fenster geschlossen sind, ich persönlich würde nicht auf meinen Kameragurt verzichten. Das gibt mir einfach ein sicheres Gefühl.
  4. Wegen der Reflexion der Scheiben hatte Romeo einen zirkularen Polfilter im Einsatz. Das ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn man die Handhabung wirklich und vor allem auch schnell im Griff hat. Durch die Geschwindigkeit und die raschen Wendungen des Helikopters ändert sich der Einfallswinkel des Sonnenlichts, und dann sollte der Polfilter entsprechend angepasst werden. Gleichzeitig muss der Abstand zur Fensterscheibe (Vorsicht – Vibrationen!) und die Brennweite berücksichtigt werden.

Kamera-Einstellungen:

  1. Am besten ist es, im manuellen Modus zu fotografieren. Dann bleibt die gewählte Verschlusszeit fix, und die Blende kann der jeweiligen Situation angepasst werden.
  2. Wegen der Vibrationen, und der schnellen Bewegungen des Helikopters sollte eine möglichst kurze Verschlusszeit – maximal 1250tel Sekunde – gewählt werden.
  3. ISO Automatik ist eine echte Hilfe, vorausgesetzt, man wählt hier die richtigen Vor-Einstellungen, als da wären:  1. Der maximale ISO-Wert: er ist von der Kamera und den persönlichen Vorlieben abhängig. 2. Die längste Verschlusszeit: das war in Romeos Fall 1250tel Sekunde. Wir fotografieren mit Nikon-Kameras, ich nehme an, bei Kameras anderer Hersteller kann man die gleichen Einstellungen vornehmen.
  4. Bei der Wahl der Blende heißt es Abwägen zwischen dem Ausblenden der Scheibe  (Schmutz und Reflexionen) durch Offenblende und maximaler Schärfe mittels Abblenden.
  5. Da der Weißabgleich im Nachhinein problemlos in der Bildbearbeitung angepasst werden kann, macht hier die Automatik am meisten Sinn.

So weit, so gut!

Jetzt heißt es nur noch abheben, die Nerven behalten, und den Flug genießen!

Wir drücken Dir die Daumen, dass Du genau so begeistert bist von Deinem Hubschrauber-Rundflug wie Romeo, und natürlich auch, dass Du zufrieden bist mit Deinen Fotos!

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