Schritt Nummer 1:

Am Anfang war die Kamera.

Ein Fotoblog ohne Fotos ist logischerweise kein Fotoblog. Also ist der erste Schritt beim Aufbau eines Fotoblogs der Erwerb einer Kamera. Damit verbunden ist dann die Aneignung eines gewissen Wissens sowie langfristig auch Erfahrung und Übung.

Unsere ersten Kameras haben wir vor ca. 12 Jahren gekauft – wenn man an die 10.000Stunden-Regel denkt, dann wird klar, warum wir erst jetzt mit der Monetarisierung der Website angefangen haben.

Schritt Nummer 2:

Der zweite Schritt war dann die Homepage, zuerst mit einem Homepage-Baukasten. Lange Zeit war es nur eine Portfolio-Website, die wie viele Websiten ein vernachlässigtes Schattendasein geführt hat.

Schritt Nummer 3:

Der dritte Schritt Richtung „Geld verdienen“ war also der verbesserte Aufbau unserer Website, mit einem aktiven Blog, und regelmäßigen neuen Fotos. Die Qualität der Fotos hat sich natürlich auch deutlich verbessert im Laufe der Jahre.

Schritt Nummer 4:

Der vierte Punkt lautet einfach „Text“. Jemand muss ja schließlich Bloggen, also die Blog-Artikel schreiben. Schreiben war schon immer mein Ding, sogar noch vor der Fotografie. Als Teenager wollte ich Schriftstellerin werden, allerdings ist das kein anerkannter Ausbildungsberuf… Wie auch immer, ich habe Spaß am Schreiben, also habe ich mit dem Bloggen angefangen.

Da ich nicht nur gern schreibe und fotografiere, sondern auch ausgesprochen „technik-affin“ bin was Computer-Programme anbelangt, konnte ich das Projekt „Foto-Blog“ mit WordPress einigermaßen professionell umsetzen.

Romeo unterstützt den Plan, zum einen natürlich mit seinen fantastischen Fotos, zum anderen hält er mir den Rücken frei. Abgesehen von einem Minijob kann ich meine freie Zeit für die Arbeit am Fotoblog nutzen.

Die ersten vier Punkte zusammenzubringen und umzusetzen ist wahrscheinlich die größte Hürde für neue Fotoblogger.

Die zweite große Hürde dürfte das „Dranbleiben“ sein, und eben nicht aufzugeben.

Nun haben wir zwar einen Fotoblog, aber immer noch keine Einnahmen …

Schritt Nummer 5:

Der fünfte Schritt betrifft das „Mindset“ (Neudeutsch für „Denkweise“)

Wer so wie ich in einer Familie groß geworden ist, in der niemand selbständig war, und Selbständigkeit immer als etwas Negatives dargestellt wurde, der tut sich schwer damit, ein Gewerbe anzumelden. Und tatsächlich hat das auch manche Konsequenzen, die uns erst nach und nach bewusst werden:

Von der Wiege bis zur Bahre – Formulare, Formulare! Das ist so richtig typisch „Deutsch“ – und mir persönlich ein Graus. Wegen der Gewerbe-Anmeldung müssen wir nun tatsächlich jedes Jahr eine Steuererklärung machen, und schon die Anmeldung beim Finanzamt (das geht zum Glück online) war mit drei Anrufen dort verbunden, weil mir persönlich die Terminologie (nett gesagt) ziemlich unverständlich war…

Familienversicherung, Künstlersozialkasse (KSK) – was muss ich machen, was darf ich machen? So richtig Bescheid scheint da keiner zu wissen… Nur eins ist klar: in dem Moment, wo ich mehr als 470€ (Stand August 2022) verdiene, muss ich mich selber versichern, und fliege per hartem Cut aus der Familienversicherung der Krankenkasse. Kann sein, das sich da nochmal was ändert, wenn die Verdienstgrenze von Minijobbern von 450€ auf 520€ angehoben wird im Oktober 2022.

Theoretisch müsste ich mich über die KSK versichern, Blogger gehören zu deren Klientel, aber der genaue Ablauf ist mir (noch) schleierhaft, z.B. die Angabe des voraussichtlichen Einkommens (übrigens auch eine der vielen mir unverständlichen Fragen vom Finanzamt). Meine hellseherischen Fähigkeiten bewegen sich Richtung null, und meine schwäbische Natur möchte im Umgang mit Behörden keine Fehler machen.

Der nächste Punkt sind die Fotos.

Private Nutzung vs. kommerzielle Nutzung stellt ein echtes Problem dar.

Hier mal ein paar konkrete Beispiele:

Fotos im Zoo und in ähnlichen Einrichtungen. Manche Tierparks sehen das sehr entspannt, solange man keine Fotos verkauft, was wir ja nicht tun und auch nicht vorhaben. Bei anderen Zoos darf man nicht mal als Privatperson Fotos in den sozialen Medien teilen, geschweige denn auf einer kommerziellen Website. Auch der Hinweis auf die damit verbundene kostenlose Werbung zieht nicht.

Schlösser, Burgen, Museen, alle Arten von Innenräumen – ohne schriftliche Genehmigung würde ich keine Fotos mehr auf unsere Website stellen. Dies gilt bei den genannten Bauwerken auch, wenn man die Fotos vom Schlosspark (also dem offensichtlichen Schloss-Gelände) aus macht. Die Panorama-Freiheit greift nur, wenn man Fotos von öffentlichem Gelände außerhalb und ohne Hilfsmittel macht.

Das gleiche gilt für Kunstwerke im öffentlichen Raum, wenn der Künstler noch lebt, bzw. noch nicht seit 70 Jahen die Radieschen von unten betrachtet (lt. Urheberrechtsgesetz §§64 – 66 Dauer des Urheberrechts). Es gibt wohl ein paar Ausnahmen, aber sicher ist sicher…

Dann sollte die Website auch noch rechtssicher sein. Da lautet das Stichwort DSGVO, also Datenschutz-Grund-Verordnung. Es gibt tatsächlich Anwälte bzw. entsprechende Kanzleien, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als Webseiten auf ihre Rechtssicherheit zu überprüfen und ggf. dann eine entsprechende (kostenpflichtige) Abmahnung zu verschicken. Klingt nicht gerade nach einem Traumjob, und vor allem nicht nach einem Berufszweig, mit dem ich gerne in Kontakt kommen möchte.

Bei diesem ganzen Verwaltungskram werde ich das Gefühl nicht los, mich quasi dank Gewerbe-Anmeldung schon ungewollt am Rande der Legalität zu bewegen.

Leicht wird einem das Ganze jedenfalls nicht gemacht.

Schritt Nummer 6:

Nichtsdestotrotz – wir haben Schritt Nummer 6 gewagt, und haben das Gewerbe angemeldet.

Schritt Nummer 7:

Schritt Nummer Sieben besteht nun darin, die sehr verehrten Leser auf unseren Blog zu lotsen.

Die beste Möglichkeit dafür scheint momentan Pinterest zu sein. Ob das wirklich funktioniert, wird sich zeigen. Wenn ich mir meine momentan ca. 100 geposteten Pins unter gefühlt Milliarden von den Dingern ansehe, dann habe ich da so meine Zweifel ob der Wirksamkeit. Allerdings sollte man dem Ganzen mindestens 3 Monate Zeit geben, also müssen wir da wohl noch Geduld haben.

Um Pinterest ordentlich zu bespielen muss man täglich pinnen (wieviele Pins pro Tag ist mir ein Rätsel, von 1 bis 50 lauten da die diversen Aussagen…)

Wie auch immer:

eine Freundin spielt dieses Spiel seit ca. 2,5 Jahren, hat mittlerweile etwa 4500 Pins am Start, und erzielt damit eine durchschnittliche Anzahl Website-Klicks von ca. 1500 pro Monat. Verdienst durch Affiliate-Marketing mit diesen 4500 Pins: ca. 25€ pro Monat.

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen

Offensichtlich sind also die Bedenken, wegen zu hoher Einnahmen aus der Famiilenversicherung der Krankenkasse zu fliegen, eher ein Luxus-Problem…

Allerdings ist meine Freundin auch in einer ganz anderen Nische bzw. Branche unterwegs. Bei Geschenk- und Bastelartikeln dürften die Provisionen für Affiliates deutlich niedriger sein als beispielsweise für die Nikon Z7* oder Canon R6*.

Sorry – da konnte ich jetzt einfach nicht widerstehen:

Die mit (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn Du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis dadurch nicht.

Kommen wir nun zu Schritt 8:

Als Basis für die Pinterest-Pins dienen in unserem Fall unsere Blog-Artikel. Also müssen dort regelmäßig neuer Lesestoff sowie neue Fotos nachgeliefert werden. Als Neuling und ohne entsprechende Erfahrung würde ich meinen, es müssten so etwa 3 Blog-Artikel pro Monat sein, um im Rennen zu bleiben.

Schritt Nummer 9:

Der nächste Schritt besteht nun darin, für uns geeignete Affiliate-Programme zu finden, und uns dann dort anzumelden. Geeignet bedeutet, dass sie zum Thema bzw. zur Nische unseres Blogs passen sollten.

Schritt Nummer 10:

ist dann die Umgestaltung unserer schönen Website mit Hilfe von Affiliate-Links und (dezenten) Werbebannern,

wie in diesem Beispiel zu sehen (kann übrigens auch angeklickt werden…)

 

Booking.com

Schritt Nummer 11:

besteht im wesentlichen in der regelmäßigen und konsequenten Wiederholung von Schritt 7, 8 und 10.

Endlich: Schritt Nummer 12:

Kassiert wird bei Affiliate-Marketing ab einem monatlichen erzielten Gewinn von 25€, je nach Affiliate-Programm.

 

Und jetzt ab aufs Sofa, das passive Einkommen kann kommen!

 

Oh, ich hab was vergessen:

ich muss ja noch die nächsten 500 Pins gestalten, 12 Blog-Artikel verfassen und einstellen.

Schade, die Couch muss warten!

 

Hier nochmal eine Kurz-Zusammenfassung der 12 Schritte:

  1. Kamera kaufen und Fotografieren lernen
  2. Website erstellen (heute macht das so gut wie jeder mit WordPress)
  3. Blog-Artikel schreiben – wichtig: bei der Stange bleiben!
  4. Überprüfe dein Mindset, und sei Dir der möglichen Konsequenzen bewusst!
  5. Vor dem Setzen des ersten Affiliate-Links Gewerbe anmelden (schon ein einziger Link stellt eine Gewinnabsicht dar, und dann musst du ein Gewerbe angemeldet haben)
  6. Überprüfe Deinen Blog auf Rechtssicherheit
  7. Bewerbe Deinen Blog
  8. Noch mehr tolle Blog-Artikel schreiben und noch tollere Fotos schießen!
  9. Geeignete Affiliate-Programme suchen und (hoffentlich auch) finden
  10. Umgestaltung der Website mit Affiliate-Links und (dezenten) Werbebannern
  11. Regelmäßige Wiederholung von Punkt 7, 8 und 10
  12. Last but not least: endlich Kasse machen!

 

Ob es klappen wird? Wir werden sehen – und unsere Leser gern auf dem Laufenden halten!

Drei Möglichkeiten zur Monetarisierung der eigenen Website stelle ich vor in unserem Blog-Artikel:

Geld verdienen mit der eigenen Wegsite – drei fehlbare Methoden

 

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* Die angegebenen Preise können sich herstellerbedingt jederzeit ändern

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